RIWA Display GmbH in den Medien

Münchner Merkur
Ausgabe vom 24. März 2019

Gut abgeschirmt

CORONAVIRUS   Garchinger Firma baut Infektionsschutzscheiben für Supermärkte, Banken & Co

Garching. Überall in den Supermärkten, Apotheken, Banken und Tankstellen ist es derzeit zu beobachten: Die Mitarbeiter werden von großen Kunststoffscheiben zum Schutz gegen das Coronavirus abgeschirmt. Hergestellt werden diese Schutzscheiben unter anderem in Garching-Hochbrück von der Firma Riwa.

Das Unternehmen ist seit mehr als 40 Jahren eigentlich spezialisiert auf Werbedisplays oder Kunststoffeinsätze, etwa für Kosmetikfirmen. Nun aber hat die Firma umgesattelt.

„Die Idee kam mir, als ich vergangene Woche von meiner Bank Geld abholen wollte und gesehen habe, dass die Mitarbeiter dort überhaupt nicht geschützt sind“, sagt Gerhard Bauer von der Firma Riwa. Zusammen mit Designer Matthias Stritzel entwickelte Bauer das Design für die Infektionsschutzschilde. Sie werden je nach Bedarf aus Plexiglas oder Polycarbonat hergestellt und sind an den Rändern gebogen, sodass sie einfach auf die Theke oder den Schreibtisch gestellt werden können. Die Polycarbonatschilde können im Gegenteil zu Plexiglas mit alkoholhaltigem Desinfektionsmittel gereingit werden. Daher eignen sie sich für besonders gefährdete Berufsgruppen wie Ärzte oder auch Kassierer. Inzwischen erlebt das kleine Garchinger Unternhemen mit seinen 16 Mitarbeitern einen wahren Anragen-Ansturm. „Vor allem Ärzte, Zahnärzte oder auch Hörgeräteakustiker melden sich bei uns“, erzählt Bauer. Aus ganz Bayern, aber selbst schon aus Hannover gibt es bereits Bestellungen.

Und weil die Infektionsschutzschilde an den Rändern umgebogen werden, reichen Materialstärken von drei Millimetern aus. Daher sind sie laut Bauer auch relativ preiswert. Ein Schild mit 58 Zentimetern Breite nd 69,5 Zentimetern Höhe kostet je nach Material 88 bis 112 Euro.

Doch nicht der Profit, sondern vor allem der Schutz der Menschen, die aufgrund ihrer Jobs viel Kundenkontakt haben, soll an erster Stelle stehen, betont Bauer. Deshalb will sich das Unternehmen seine Schutzschildmuster auch nicht patentieren lassen. „Das kann sich jeder nachbauen, wenn er es möchte, damit alle was davon haben“, sagt Bauer.

Patricia Kania

Süddeutsche Zeitung
Ausgabe vom 26. März 2019

Garchinger Schutzschirm

Firma entwickelt Corona-Barriere für Praxen und Apotheken

Garching. Die Idee kam Gerhard Bauer vor kurzem beim Geldabheben. Ein Blick in die Schalterhalle zeigte ihm, dass die Mitarbeiter der Bank während der Corona-Krise immer noch völlig ungeschützt den Kunden gegenüberstanden und sich unter Umständen anhusten lassen müssen. „Das muss ja nicht sein“, dachte Bauer und ging am nächsten Tag mit dem Vorschlag in die Firma, eine Art Infektionsschutzschild für Theken zu bauen.

Bauer arbeitet bei der Riwa Display GmbH in Hochbrück, ein Familienbetrieb, der seit 1958 „alle Formen der Kunststoffverarbeitung“ anbietet, etwa für die Verpackung von Kosmetikprodukten, aber auch für den TÜV Bayern oder das Bayerische Rote Kreuz hätten sie schon gearbeitet, sagt Bauer, der mit der Firmenchefin verheiratet ist.

Zusammen mit einem der Designer, Mattias Stritzel, entwickelte er eine Scheibe, die ohne Schrauben auskommt. Ganz bewusst hatten sie nach einer einfachen Lösung gesucht, bei der keine großen Eingriffe in die oft kostspieligen Theken etwa in Arztpraxen nötig ist. Sie entwickelten einen Infektionsschutzschild, dessen Außenkanten gebogen sind, „das kann nicht jeder machen“, ssagt Bauer. So erhält der Corona-Schutzschirm seine Standfestigkeit. Auch mit dem Material experimentierten sie. Als beste Variante hat sich Polycarbonat erwiesen. Es lässt sich mit Desinfektionsmitteln behandeln, ohne seine Oberfläche zu verändern, anders als das empfindliche Plexiglas, das auf den Alkohol im Desinfektionsmittel reagiert und nach mehreren Behandlungen Risse aufweist, wie Bauer erläutert. Deswegen bestellen die meisten Kunden auch Polycarbonat, das völlig transparent bleibt und zudem auch bruchsicher ist. Bauer hat es getestet: Er habe den Schutzschild mit Wucht zu Boden geschleudert, ohne dass es dem Material etwas anhaben konnte.

Von der Idee bis zum Angebot brauchte der Betrieb, der 16 Angestellte hat, nur wenige Tage. Dann stellten sie ihre Erfindung nicht nur ins Internet, sondern nahmen auch kontakt zur Ärztezeitung auf, die das Angebot über ihren News-Letter verbreitete. Die Standardlösung ist um die 100 Euro zu haben. Danach gingen sofort die Bestellungen ein, die südlichste kam aus Bad Aibling, die nördlichste aus Hannover.

Etwa die Hälfte der Produktion macht im Moment nach Bauers Angaben die neue Erfindung aus. Wartelisten gebe es noch keine, „wir können noch liefern“, sagt Bauer, der kein Problem damit hat, wenn andere die Idee kopierten: „Wir könnten Markenschutz anmelden, aber andere sollen es nur nachmachen.“

Gudrun Passarge